Online-Zeitungsprojekt für Schüler in MV

24.08.2020

Zeitungsverlage engagieren sich bei der Medienbildung in der Schule

Regionale Schulen, Gymnasien und Gesamtschulen in Mecklenburg-Vorpommern können künftig die Online-Angebote von drei regionalen Tageszeitungen verstärkt in den Unterricht einbinden. Der Nordkurier, die Ostsee-Zeitung und die Schweriner Volkszeitung/Norddeutschen Neuesten Nachrichten starten hierfür ein Projekt zur Medienbildung in der Schule.

Die drei Zeitungsverlage stellen Schülerinnen und Schülern ab der Jahrgangsstufe 5 bis Ende 2020 einen kostenlosten Online-Zugang zu ihren digitalen Angeboten zur Verfügung und richten gesonderte werbefreie Bereiche für die Schülerinnen und Schüler ein. Das Land unterstützt das Projekt über den MV-Schutzfonds mit insgesamt zwei Millionen Euro.
 
„Medienkompetenz wird immer wichtiger angesichts der Informationsflut, die auf die Jugendlichen über die sozialen Medien einprasselt. Da ist es wichtig, seriöse Information von Fake News unterscheiden zu lernen. Mit diesem Online-Zeitungsprojekt unterstützen wir die Schulen bei der Medienbildung“, sagt Bildungsministerin Bettina Martin.

Die regionalen Tageszeitungen in Mecklenburg-Vorpommern stehen für aktuelle und verlässliche Informationen. Sie bieten nicht nur unabhängigen Journalismus, sondern sind auch identitätsstiftend für die Region. Zugleich haben die Verlage viele Erfahrungen mit medienpädagogischen Angeboten durch das Projekt ‚Zeitung in der Schule‛. 
 
Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte erhalten die Zugangsdaten für die Online-Angebote über die Schule. Die entsprechenden Briefe werden in den kommenden Tagen bei den Schulen eintreffen. Der Zugang wird anonymisiert erfolgen, so dass keine persönlichen Daten ersichtlich sind. Um dem Datenschutz Rechnung zu tragen, müssen Eltern vor dem Projektstart eine Einwilligungserklärung unterzeichnen.

Bis zum 31. Dezember 2020 haben Schülerinnen und Schülern dann einen Zugang zu den Online-Artikeln der Tageszeitungen. In gesonderten werbefreien Bereichen gibt es schulbezogene Angebote. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und erleben, wie Redakteure und Reporter arbeiten. Zu welcher Zeitung Schülerinnen und Schüler einen kostenlosen Zugang erhalten, hängt davon ab, in welchem Verbreitungsgebiet die jeweilige Schule liegt.

„Wir freuen uns auf das Projekt“, sagte Nordkurier-Chefredakteur Jürgen Mladek. „Schulen und Schüler haben wir immer schon besonders im Blick gehabt – und in der Corona-Zeit ist dies natürlich noch relevanter. Wir wollen uns mit dem Projekt noch intensiver mit Schulen, Schülerinnen und Schülern vernetzen. Zumal von dem Projekt ja nicht nur die direkt Beteiligten, sondern auch unsere Leserinnen und Leser profitieren“, so Mladek.
 
„Auch wir Regionalmedien müssen uns täglich der Medienkritik stellen. Wir wissen, dass manche Eltern und Lehrer uns zumindest skeptisch betrachten“, so SVZ-Chefredakteur Michael Seidel. „Schließlich unterlaufen auch seriösen Medien gelegentlich Fehler und manche Zuspitzung scheint übertrieben. Kritischer Umgang mit Quellen ist aber selbstverständlicher Teil unserer journalistischen Arbeit. Uns liegt am Herzen, unsere an rechtliche und ethische Kriterien gebundene professionelle Arbeit mit Informationen über unser umfangreiches digitales Angebot transparent und von unprofessionellen Informationen abgrenzbar zu machen“, erläuterte Seidel.
 
Die Schweriner Volkszeitung lädt am 24.August 2020 um 16:30 Uhr, Lehrerinnen und Lehrer ein, das Online-Zeitungsprojekt näher kennenzulernen. An der Auftaktveranstaltung können coronabedingt nur 25 Lehrkräfte teilnehmen. Bildungsministerin Bettina Martin wird das Online-Zeitungsprojekt in Schwerin starten. Die Veranstaltung wird zudem über das Internet als Livestream unter www.svz.de/medienprojekt angeboten. Der Nordkurier und die Ostsee-Zeitung planen ebenfalls Aktionen, um das Projekt in ihren Verbreitungsgebieten bekannt zu machen und zu erläutern.

Zur Pressemitteilung des Bildungsministeriums